Zufallsentdeckung – phänomenale Heilungserfolge bei bislang nicht erkennbaren Nebenwirkungen

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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – was ist das überhaupt?

Sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die mit einer Häufigkeit von circa 0,15 bis 0,25 Prozent in der Bevölkerung vorkommt, wobei Colitis ulcerosa ein wenig häufiger vorkommt als Morbus Crohn.

Wie immer, wenn die Medizin noch nicht in der Lage ist, einen Krankheitsverlauf hinreichend komplex zu verstehen, wird auf genetische Faktoren und eine Autoimmunreaktion des Körpers hingewiesen. Dieser Dachbegriff wird im Übrigen für eine Unmenge von noch nicht aufgeklärten Krankheiten verwendet. So fallen zum Beispiel auch die sogenannte Lichens Sklerose oder die Pigmentstörung Vitiligo in diese Kategorie. Sehr häufig ist auch die Kombination und der Einfluss des Geistes auf die körperlichen Beschwerden, zumal viele dieser Erkrankungen, so wie auch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, schubweise verlaufen. Daher ordnet man diese Erkrankungen sehr gerne und schnell den psychosomatischen Krankheiten zu.

Die Leiden der betroffenen Patienten

Wer unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidet, entwickelt akute und bei der Endoskopie deutlich sichtbare entzündliche Stellen im gesamten Darmtrakt und manchmal auch im gesamten Verdauungssystem bis hin zur Speiseröhre. Damit wird die Nahrungsaufnahme zum emotionalen Feind, da diese mit einer weiteren Reizung der entzündlichen Areale verbunden ist. Eine immense psychische und körperliche Belastung für betroffene Patienten. Die Möglichkeiten der Behandlung sind vielfältig, aber letztlich doch begrenzt. Glukokortikoide und eine ausgewogene, ballaststoffarme Ernährung sind die bislang besten Verbündeten im Kampf gegen diese chronischen Krankheiten. Von Einschränkungen der Lebensqualität durch sehr häufige Toilettengänge mal ganz abgesehen.

Das konkrete und greifbare Heilungsversprechen

Wir leben im Zeitalter der fortschreitenden Medizin, die ihren Fokus immer mehr auf hinreichende oder vollständige Heilung verschiedener Krankheiten richtet. So zum Beispiel im Bereich der Hepatitis C, bei der den Ärzten seit einigen Jahren schon eine wirksame Waffe zur Verfügung steht, die zur vollständigen Heilung dieser ehemals lebensbedrohlichen Erkrankung führt. Jüngst ist einer noch kleinen Biotechnologiefirma aus Frankreich mit Sitz in Paris der möglicherweise finale Durchbruch in diesen Krankheitsfeldern (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) gelungen. Eine Therapie, die die berechtigten Hoffnungen trägt, sich zum “Gamechanger” zu entwickeln und die Lebensqualität von betroffenen Patienten erheblich zu steigern.

Bereits in Phase II der klinischen Entwicklung feiert ABX464, so heißt der auf künstliches Spleißen und Entwicklung der reifen mRNA ausgerichtete Wirkstoff, phänomenale Heilungserfolge bei bislang nicht erkennbaren Nebenwirkungen.

Die sichtbaren Erfolge nach oraler Einnahme von ABX464 sind beeindruckend. Die meisten Patienten zeigen nach kürzester Zeit eine vollständige Rückbildung aller entzündlichen Stellen im Darmtrakt. Endoskopische Bilder belegen dies. Nebenbei geschrieben handelt es sich bei diesem Erfolg um eine Zufallsentdeckung. Bei der Behandlung von HIV-Patienten mit ABX464 fiel dem Unternehmen nämlich auf, dass sich alle entzündlichen Stellen im Darm rückgebildet haben.

Originalpublikation:
https://www.nature.com/articles/s41598-018-37813-y

Ein Kommentar zu “Zufallsentdeckung – phänomenale Heilungserfolge bei bislang nicht erkennbaren Nebenwirkungen

  1. Christoph Juergens

    Das ist spannend – zumal vor 20 Jahren schon Ärzte spekulierten das die HIV Forschung hier hilfreich sein könnte. Es wäre uns allen zu wünschen.

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