Sylvia Gagnons persönliche Geschichte mit Colitis ulcerosa

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Mein Darm und Ich

Alles fing im November 2016 an, als ich plötzlich eine ‘Magen und Darmgrippe’ bekam, nur mit dem Unterschied, dass diese plötzlich viel länger und viel schlimmer war. Doch ich dachte mir nichts dabei. Zu dieser Zeit war ich auf ein Gymnasium des zweiten Bildungswegs und sehr glücklich, der Darm gab jedoch erst nach ungefähr 4 Wochen Ruhe. Doch dann der Schock im Juli 2017, mein Opa erkrankte an Bauchspeicheldrüsenkrebs und fast parallel fing diese ‘Magen und Darmgrippe’ an. Doch diesmal war es so, dass es bis Ende 2017 anhielt – der Stress dachte ich, aufgrund der Krebserkrankung meines Opa’s. Am 05.12.2017 musste ich aufgrund einer lebensbedrohlichen Eisenmangelanämie (Hämoglobin bei 4,5) in ein Krankenhaus in dem zu dieser Zeit auch mein Opa lag. An diesem Tag bekam ich gleich eine Bluttransfusion und Eiseninfusion und auch eine Darmspieglung war geplant. Doch ich hatte so eine Angst, dass es bei mir Darmkrebs sein könnte, dass ich die Darmspieglung ablehnte – aus Angst, ziemlich dumm, oder? Nach dem KH-Aufenthalt ging es meinem Darm wieder gut, aber war weiterhin krankgeschrieben, damit sich mein Körper erholt. Mein größtes Geheimnis blieb immer noch gut aufbewahrt bei mir. Der 20.01.2018 war einer der schlimmsten Tage im Leben von meiner Familie und mir, mein Opa starb und bis zuletzt war er so stark – ich bin so unheimlich stolz auf dich und auf meine Oma, die 2013 den Kampf gegen den Krebs verlor.

Mein Darm ging es weiterhin gut und aufgrund der hohen Krankheitszeiten musste ich die Schule abbrechen. Die Zeit verging und im Juli 2018 war es wieder soweit, die Symptome fingen wieder an und es war die Hölle, ich dachte ich sterbe und dennoch fing ich im September 2018 wieder an die Schule zu besuchen, ein großer Fehler. Mein Darm ging es zwar dann wieder besser, aber ich machte mir während des Unterrichts so oft in die Hose, dass ich ab Dezember die Schule nicht mehr besuchte und im Februar 2019 war dann der bisher letzte Schub. Ich machte mich auf die Suche nach einer Erklärung für die Symptome (diese Schübe, indem ich bis zu 40mal am Tag Durchfall hatte, mit Schleim und Blut, diese Gelenkschmerzen und die Darmschmerzen) aber auch diese Phasen indem ich auch kaum bis Garnichts gespürt habe.

Der 10.05.2019 – der Tag der Darmspiegelung

Mein Arzt teilte mir die Diagnose mit und sagte, Frau Gagnon sie haben eine chronische entzündliche Darmerkrankung die sich Colitis ulcerosa nennt und mir war es davor schon klar, da die typischen Symptome der CU zu meinen Symptomen passten. Aktuell bin ich dabei mein Leben neu zu strukturieren, dass auch die Colitis ulcerosa gut hineinpasst, aber eins ist sicher, diese Krankheit wird mein Leben nicht bestimmen.

Ich möchte mit diesem Text kein Mitleid provozieren, ich möchte einfach den Menschen helfen, die aktuell nicht wissen, was mit Ihrem Darm passiert. Jeder CED’ler hat seine eigene Geschichte und das ist meine.

Ich denke an euch, ihr seid niemals alleine und wir sind alle Kämpfer.

Sylvia

Instagram:sylvie_diamond93

 

Ein Kommentar zu “Sylvia Gagnons persönliche Geschichte mit Colitis ulcerosa

  1. Sandra

    Sylvia
    Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Auch ich musste dazumal die Schule abbrechen und erneut den „Weg“ zur Schule zurückfinden. Das ist alles andere als einfach…. Und mit einer CED macht es das Ganze noch einmal schwieriger.
    Ich habe auch seit 15 Jahren Colitis ulcerosa, und zwar seit ich 13 Jahre alt bin.
    Ich wünsche dir alles nur Gute und liebe Grüsse
    Sandra

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