Studie: Welche 9 Umweltfaktoren erhöhen das Risiko für eine CED, welche 7 senken es

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53 Metastudien wurden ausgewertet und die Wissenschaftler sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es neun Umweltfaktoren gibt, die das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erhöhen. Zudem gibt es laut der Studie sieben andere Umwelteinflüsse, die den Ausbruch von entzündlichen Darmerkrankungen verhindern können. Die europäischen Wissenschaftler haben 71 Umweltfaktoren von 183 Risikoabschätzungen aus 53 Meta-Studien zusammengeführt und ausgewertet.

Zu den statistisch signifikanten Faktoren, die eine entzündliche Darmerkrankung hervorrufen können, zählen beispielsweise das Rauchen und das städtische Leben. Zudem erhöhen das Risiko auch noch Antibiotika-Anwendungen, eine Tonsillektomie oder eine Appendektomie. Außerdem sehen die Wissenschaftler auch die orale Kontrazeptive, Softdrink-Konsum und einen Vitamin-D-Mangel als Ursache für eine entzündliche Darmerkrankung. Der letzte Faktor, der bei der Studie als statistisch signifikant ausgewertet wurde, ist die enterohepatische Helicobacter-Spezies, die nicht-Helicobacter pylori-artig ist.

Hier als Aufzählung, welche 9 Faktoren das Risiko einer CED erhöhen:

  • Softdrink-Konsum
  • Rauchen
  • Vitamin D Mangel
  • Appendektomie
  • Tonsillektomie
  • Antibiotika Anwendung
  • städtisches Leben
  • orale Kontrazeptive
  • nicht-Helicobacter pylori-artige enterohepatische Helicobacter-Spezies

Diesen neun Faktoren stehen sieben risikosenkende Aspekte gegenüber. Regelmäßige körperliche Aktivitäten und Tee-Konsum können sich positiv auswirken. Zudem ist es von Vorteil, wenn man als Kleinkind gestillt worden ist und sich mit anderen Menschen einen Schlafplatz teilt. Außerdem ist ein hoher Folsäurespiegel, ein hoher Vitamin D-Spiegel und eine Helicobacter pylori-Infektion von Vorteil.

Auch hier als Aufzählung, welche 7 Faktoren das Risiko einer CED senken:

  • hoher Vitamin D Spiegel
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • als Baby gestillt worden
  • ein mit anderen Menschen geteilter Schlafplatz
  • hohe Folsäurespiegel
  • Tee Konsum
  • eine Helicobacter pylori-Infektion

Zusätzlich zu diesen genannten risikoerhöhenden und risikosenkenden Faktoren haben die Forschen weitere Hinweise gefunden, die jedoch keine tatsächliche Signifikanz erreicht haben. Seit Jahrzehnten sind die Umwelteinflüsse auf die entzündliche Darmerkrankung umstritten. Das Team um den Forscher Daniele Piovani von der Universität in Mailand hat nun einen deutlichen Schritt mit der Umbrella-Studie getan.

Auch nach der Durchführung der Studie ist jedoch die Untersuchung noch nicht als endgültig anzusehen. Herr Piovani und seine Kollegen weisen auf einige Schwächen der Studie hin. Dazu zählen beispielsweise die geringe Zahl von Metastudien. Einige Faktoren können bisher nur in einzelnen Ethnien erfasst werden. Beispielsweise konnte der Teekonsum ausschließlich bei Asiaten untersucht werden. Dennoch gilt die Untersuchung als einzigartig und kann als Fortschritt gesehen werden. Es sind jedoch noch weitere qualitativ hochwertige Studien erforderlich, damit die Ursache von entzündlichen Darmerkrankungen beurteilt werden kann. Die Stärken der Einflussgrößen auf die Patientengrößen und Patientenethnien können dann besser bewertet werden.

Originalpublikation:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31014995

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