Studie: Positive Effekte von Stress bei Darmentzündungen nachgewiesen

Der Darm ist immer wieder entzündet - Morbus Crohn

In der heutigen Zeit sind wir, aufgrund von äußeren Einflüssen wie der Schnelllebigkeit und der Anforderungen unserer Gesellschaft, nahezu permanentem Stress ausgesetzt. Doch wussten Sie, dass es unterschiedliche Arten von Stress gibt? Mit dem Ausdruck “Stress” verbindet man in erster Linie negative Gefühle, Anspannung, oder auch Belastung.

Die Art von Stress, welche diese Gefühle in uns hervorruft, ist negativer Stress. Dieser Art von Stress liegt meist ein Mangel zugrunde, der uns in Bedrängnis zu bringen droht, wie beispielsweise Zeit. Mangelt es uns an Zeit, so hetzen wir uns selbst, schlingen unser Essen und schütten unser Trinken hinunter, ohne daran zu denken, was dies in unserem Inneren anzurichten vermag. Negativer Stress führt dazu, dass nützliche Bakterien im Darm absterben, was zu einer fehlerhaften Verwertung der bereits falsch aufgenommen Nahrung führt und sich schließlich in Nährstoffmangel, also Mangelerscheinungen, wiederspiegelt. Der Darm sendet Warnsignale in Form von Krämpfen, Durchfall, Blähungen und/oder Verstopfungen, welche es unbedingt zu beachten gilt. Ignoriert man jedoch diese Signale, so kann man nur von Raubbau an der eigenen Gesundheit sprechen. Jedenfalls belegen Studien, dass Stress die Entstehung von chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Chron und Colitis ulcerosa begünstigt.

Nun ist aber einem internationalen Forscherteam aufgefallen, dass sich Stress nicht ausschließlich negativ auf den Darm, genauer gesagt, das sogenannte endoplasmatische Retikulum (ER), auswirkt. Man fand heraus, dass die Signale von Stress, unter bestimmten Bedingungen, auch eine Schutzfunktion im Darm hervorrufen können. Es wurden das erste Mal positive Effekte von Stress bei Darmentzündungen nachgewiesen. Testobjekte waren Mäuse, welche unter Stress einen Anstieg von Antikörpern aufgewiesen haben. Besonders intensiv konnte diese Reaktion bei keimfreien Mäusen, also solche, die nicht mit Keimen oder anderen Erregern kontaminiert waren, festgestellt werden. Diese „gesunden“ Mäuse, produzierten unter dem Einfluss von Stress eine wesentlich höhere Anzahl von Antikörpern als es ein „infiziertes“ Pendant getan hatte. Dies lässt auf eine deutliche Schutzreaktion des Darmes schließen, für die nicht einmal eine natürliche, mikrobielle Besiedlung erforderlich ist.

Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht ohne weiteres auf den Menschen Anwendbar und es werden weitere Studien nötig sein, um diverse Unwägbarkeiten auszuschließen. Dennoch lässt es vermuten, dass der generelle Umgang mit Stress, bei der Wirkung auf unseren Körper, eine entscheidende Rolle spielen könnte. Stress entsteht ohne Zweifel in unserem Kopf und startet seine Reise durch unseren Körper und unser Leben von genau dort.
Leben wir unser Leben also achtsam und setzen wir unsere Prioritäten richtig, sind uns unsere Werte klar, so können wir die Entstehung von Stress bereits von vornherein auf ein Minimum reduzieren. Auch wenn nun herauskommen sollte, dass Stress auch positive Wirkungen auf den menschlichen Darm haben kann, so ist die zuvor genannte Lebensweise dennoch jedem Menschen zu empfehlen.

Originalpublikation:
http://science.sciencemag.org/content/363/6430/993

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