Neue Wirkstoffklasse Biologicals – können sie die Bedingungen für Betroffene verbessern?

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In einer vor kurzem in der Fachzeitschrift Frontiers in Pharmacology veröffentlichten Studie [1] wurde der Einsatz von Medikamenten aus der Stoffklasse der sogenannten Biologicals untersucht. Ziel war es herauszufinden, welchen Einfluss die Verwendung solcher Medikamente auf den tatsächlichen Behandlungsverlauf der Patienten haben würde. Sie werden vor allem bei moderaten bis schweren Morbus Crohn Erkrankungen eingesetzt.

Dazu wurden die Daten von Patienten im Erwachsenenalter verglichen, die mit den Wirkstoffen Adalimumab und Infliximab (beides biotechnologisch hergestellte Antikörper [2]) behandelt wurden, und von solchen, die keine Behandlung mit Biologicals erhalten hatten. Die Daten wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren erhoben und nur Patienten in die Studie aufgenommen, die an einer schweren Form von Morbus Crohn litten. Es wurde weiterhin darauf geachtet Menschen aus den Berechnungen und Beobachtungen herauszunehmen, die andere schwere Erkrankungen wie z.B. schwere Infektionskrankheiten oder Organversagen hatten, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Seltener Krankenhausbesuch

Es konnte so herausgefunden werden, dass die Patienten, die mit den Biologicals behandelt wurden, signifikant weniger häufig ins Krankenhaus mussten, dass sie sich seltener Operationen (in Bezug auf Morbus Crohn) unterziehen und auch weniger Steroide und Antibiotika einnehmen mussten. Dies sind Zeichen dafür, dass die Krankheit einen schwächeren Verlauf genommen hat als bei den unbehandelten Patienten. Zudem kann sicher jeder von uns nachfühlen, welch ein Gewinn an Lebensqualität es ist, seltener ins Krankenhaus zu müssen, weniger Medikamente nehmen zu müssen und sich die ein oder andere Operation zu ersparen.

Nicht für jeden Betroffenen geeignet und teuer

Das Besondere an dieser Studie ist, dass die Daten allesamt aus dem realen Krankenhausalltag stammen und der positive Effekt nicht nur unter strengsten Laborbedingungen gezeigt werden konnte. Der positive Einfluss zeigte sich so auch in einer sehr gut durchmischten Gruppe und bietet damit Hoffnung für sehr viele Betroffene. Das sind tolle Neuigkeiten!

Allerdings sollte man beachten, dass es sich hier wirklich nur um Schwerkranke handeln, man kann die Ergebnisse daher nicht einfach auf moderate Fälle von Morbus Crohn übertragen. Nicht zu verachten ist außerdem der hohe Preis für Behandlungen mit Biologicals – in einigen Ländern ist die Behandlung damit aus Kostengründen von den Krankenkassen auf maximal 12 Monate begrenzt worden.

Eine dauerhafte Lösung für alle die an Morbus Crohn leiden, lässt also weiter auf sich warten.

 

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