Neue Therapiemöglichkeiten bei Analfisteln

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Eins der häufigsten Komplikationen, beziehungsweise zusätzlichen Leiden bei Morbus Crohn, stellen Analfisteln dar. Von ihnen ist jeder dritte Morbus Crohn Patient betroffen. Die bisher angewandten Therapieverfahren werden nun im Schatten der neuen Behandlungsoption mit Stammzellen stehen gelassen. Dies soll den Erfolg der Therapie von Analfisteln deutlich erhöhen.

Was ist eine Analfistel?

Analfisteln sind kleine Gänge, die im Mastdarm entstehen. Ihr Ursprung ist meistens durch die Entzündung einer Drüse im Enddarm, von der sich dort aus ein langer Gang formiert. In der Regel endet dieser Gang an der Hautoberfläche und kann auch den Schließmuskel passieren. Durch den Gang sezernieren die Fisteln Sekret und Stuhlgang, wodurch ein Abszess bei dessen Verstopfung entstehen kann. Dies ist für Patienten und Patientinnen nicht nur äußerst schmerzhaft beim Sitzen und während des Stuhlgangs, sondern quält sie auch mit Juckreiz, Nässen und Blutungen. Dadurch führt die Fistel zur Verschmutzung der Unterwäsche und produziert zusätzlich einen sehr unangenehmen Geruch. Für Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn ist dies eine weitere psychische Belastung und schränkt sie in ihrem täglichen Leben, vor allem in ihrer Sexualität, ein.

Wie wird eine Analfistel genau erkannt?

Die Diagnose einer Analfistel wird durch eine proktologische Untersuchung gesichert. Diese besteht aus der Palpation — das manuelle Abtasten — und einer Rektoskopie — eine Mastdarmspiegelung mit einem Endoskop. Eine Sonographie — Ultraschalluntersuchung — des Enddarms ist ebenfalls empfehlenswert. Die herkömmliche Behandlung ist fast immer eine oder mehrere Operationen. Es gibt verschiedene Verfahren, die je nach Verlauf der Fistel angewendet werden. Diese sind unter anderem das Legen einer Drainage, das Entfernen der Fistel sowie die Ruhigstellung mit einem künstlichen Darmausgang.

Mit Stammzellen neue Therapie gegen Analfisteln

In 2018 wurde in der EU ein neues, vielversprechendes Verfahren mit Stammzellen gegen dieses Leid zugelassen. Diese neue Therapie besteht aus einer Gabe von Injektionen, die insgesamt um die 120 Millionen Stammzellen enthalten. Vorab werden die Zellen aus dem Fettgewebe eines Spenders entnommen und in Spanien über zwei Wochen gezüchtet, bevor sie in den Patienten gespritzt werden können. Nachdem die Stammzellen aufbereitet wurden, müssen sie innerhalb von 48 Stunden verwendet werden. Dabei ist der Transport eine besondere Herausforderung, da die Zellen durch Schütteln oder bei geringen Temperaturveränderungen zerstört werden und somit unbrauchbar sind.

Die Summe an Stammzellen werden in vier Injektionen aufgeteilt und dann während einer Vollnarkose in das umliegende Gewebe der Analfistel verteilt. Der Eingriff dauert ungefähr eine Dreiviertelstunde und kann sogar ambulant erfolgen. Bei einer anschlagenden Therapie werden die Stammzellen neues Gewebe kreieren, indem sie Botenstoffe in das Nachbargewebe absondern und das Immunsystem unterstützen. Es gibt bereits einige erfolgreiche Eingriffe mit dem Nutzen von Stammzellen. Das Verfahren wurde für Patienten und Patientinnen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, zugelassen und bietet eine neue, erfolgversprechende Therapiemöglichkeit.

Originalpublikationen:
medizin-aspekte.de
gesundheitsstadt-berlin.de
vis.usz.ch
wikipedia.org

 

Ein Kommentar zu “Neue Therapiemöglichkeiten bei Analfisteln

  1. Ina Preissler

    Wurde bei mir auch gemacht. Leider ist sie nicht zu gewachsen. Und da die Fistel durch beide Schließmuskeln läuft, kann man nichts weiter machen.

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