Neue Produkte und Therapien in der Pharmamedizin, Gen-Forschung, Studien, Stuhltransplantation und über die richtige Ernährung in Bezug auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen

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Neue Produkte und Studien in der Pharmamedizin

In der Therapie mit Phytopharmaka wurde in einer Studie das Kombinationspräparat mit Myrrhe, Kamille und Aktivkohle Langzeit getestet. Das positive Ergebnis belegt, dass die Wirksamkeit des Naturheilmittels vergleichbare Ergebnisse erzielt wie das Standardpräparat Mesalazin. Das homöopathische Mittel wirkt antiphlogistisch und entkrampfend. Zudem unterstützt es die Verlängerung der beschwerdefreie Phase bei CED. Das Arzneimittel wirkt stärkend auf die Darmflora und nimmt Einfluss auf die Stoffwechselproduktion im Darm. Kurzkettige Fettsäuren, die zur Energieversorgung der Zellen dienen, werden vermehrt produziert. Die Zellen können vermehrt Schleim zur Auskleidung der Darmwand herstellen, und die beschädigte Darmbarriere reparieren. Dieses Medikament dient der begleitenden Therapie, kann aber auch in beschwerdefreien Zeiten zum Einsatz kommen. Das Kombinationspräparat wird in die deutsche Behandlungsleitlinie für CED-Patienten aufgenommen.

Studien in der USA beschäftigen sich im Augenblick mit der Heilwirkung der Curcumawurzel. In der Pädiatrie wurde es mit einer Dosis von 4g am Tag getestet. Das Arzneimittel wird in den meisten Fällen gut vertragen und linderte die Beschwerden der CED.

Gen-Forschung 2019 in Kiel

In Zusammenhang der Erkrankung des Morbus Crohn bestätigten Studienergebnisse einen Gendefekt. Wissenschaftler des NGFN haben herausgefunden, dass vier Basenpaare auf den Cromosomen(SNPs) sich in der Nähe zum Gen für die Produktion von Interleukin 10 befinden.

Interleukin ist ein Botenstoff der im menschlichen Organismus entzündungshemmend wirkt. Forscher beschäftigen sich intensiv mit den typischen Eigenschaften der Proteinketten von SNPs, um das Medikament Interleukin zur erfolgreichen Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa einsetzen zu können.

Studie Boston 2019

Bei diesem Forschungsprogramm wird E. coli Nissle 1917, ein Bakterium getestet. Es handelt sich um ein Probiotika und dient der Vermehrung anderer Bakterien zur Abwehr krankheitsverursachender Keime. Das E.coli Nissle bildet auf der Darmflora einen Schutzfilm und unterstützt die Barrierefunktion der Darmschleimhaut. Zudem werden körpereigene Abwehrpeptide stimuliert, dass der Stärkung des Immunsystems beiträgt.

Stuhltransplantation, Therapie der Zukunft?

Die bisher eingesetzte Behandlungsmethode bei bakterieller Dickdarmentzündung, wird von australischen Wissenschaftlern bei Patienten mit CED angewandt. Durch den fäkalen Mikrobiom-Transfer wurden bei jeden dritten Patienten Erfolge erzielt, allerdings nur über einen Zeitraum vom 12 Monaten.

Aktuelle Informationen zur richtigen Ernährung bei CED

Für erwachsene Patienten wird in den beschwerdefreien Zeiten eine leichte Vollkost mit Probiotika empfohlen, um die Darmflora zu unterstützen. Probiotika (Milchsäuren und Hefen) sind verstärkt in Lebensmitteln, wie Chicorée, Topinambur, Zwiebeln und Knoblauch enthalten.

In der Pädiatrie wurden mit einer speziellen Ernährungstherapie positive Ergebnisse erzielt. Mittels einer Sonde bekamen Säuglinge und Kleinkinder hochkalorische Flüssignahrung zugeführt. Die antiphlogistische Wirkung beruhigte die Darmschleimhaut, so dass auf eine Gabe von Cortison verzichtet werden konnte. Die Kinder nahmen an Gewicht zu und konnten Wachstumsdefizite aufholen.

Originalpublikation:
gesundheitsforschung-bmbf.de
ndr.de
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