Neue Forschungsprojekte über chronisch entzündliche Darmerkrankungen in Angriff genommen

forschung darm krankheit

Etwa 400.000 Menschen leiden in Deutschland unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dazu gehören vor allem Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Trotz einer starken medikamentösen Therapie bleiben chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms schwer therapierbar. Vor allem akute Krankheitsschübe werden oftmals noch mit Kortikosteroiden therapiert, die allerdings nur in einem Teil der Krankheitsfälle zu einer Besserung der Beschwerden führten.

Forschung über Erkenntnisse und Funktion des Immunsystems

Laut der aktuellen Forschung ist das Zusammenwirken verschiedener Zellpopulationen im Darm bisher kaum verstanden. Neue Befunde zeigen jedoch, dass die Schleimhaut des Darms nicht als physikalische Barriere verstanden werden kann. Sie ist ein hochdynamisches Gewebe, welches auf eine Vielzahl von Reizen aus der Umwelt einschließlich der Flora des Darms und auf lokale und systemische Signale antwortet.
Forscher aus Berlin und Erlangen wollen in den nächsten Jahren Erkenntnisse über die Funktion und Regulation des Immunsystems des Darms und aktuelle Daten zur anti-mikrobiellen Therapie an der Barriere der Schleimhaut in ein neues Konzept integrieren. Vor allem die Funktion einer fehlgesteuerten Kommunikation zwischen den Immun- und Epithelzellen bei der Pathogenese steht im Fokus dieser neuen Projekte.

Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind bislang noch nicht heilbar. Auch die Therapie ist sehr schwierig durchzuführen. Vor allem Symptome, wie Durchfall, Bauchschmerzen, starker Gewichtsverlust und Schmerzen sind häufige Syptome, unter denen die Patienten leiden. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa treten stets in Schüben auf. Dies bedeutet, dass Betroffene über bestimmte Zeiträume an den zugehörigen Symptomen leiden. Auf den Krankheitsschub folgt zumeist eine symptomfreie Phase.

Studien über Risikofaktoren

Für die aktuelle Studie analysierten Wissenschaftler Übersichtsstudien aus der Welt, welche sich mit den Risikofaktoren für diese beiden Krankheiten beschäftigt haben. Hierbei wurden 71 Faktoren untersucht. Dabei wurden neun Faktoren analysiert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Risiko der Darmerkrankungen erhöhen. Hierzu gehören unter anderem Rauchen, das Leben in der Stadt, die Blinddarm- und Mandelentfernung, die von Antibiotika sowie der Vitamin-D-Mangel.

Die Wissenschaftler fanden außerdem Hinweise auf weitere Faktoren, welche die Darmkrankheiten begünstigen oder vor diesen schützen können. Diese ließen sich jedoch nicht hinreichend bestätigen.

Um die Ergebnisse zu verifizieren, hoffen die Wissenschaftler nun auf künftige Studien mit Teilnehmern, welche erst kürzlich die Diagnose erhalten haben. Hierbei wollen sie aufzeigen, ob die Faktoren auch tatsächlich die Ursachen der entzündlichen Erkrankungen des Darms oder eher die Folge sind.

Originalpublikation:
aerzteblatt.de
focus.de

Ein Kommentar zu “Neue Forschungsprojekte über chronisch entzündliche Darmerkrankungen in Angriff genommen

  1. Daniel W.

    Das heisst, dass ein “Sonderforschungsbereich” gestartet wurde und noch viele Jahre vergehen werden und noch viel Geld fließen wird – mehr leider nicht. Die Forschung stochert weiterhin im Nebel.

    Den Betroffenen bleibt, wie bisher auch, selber heraus finden, was persönlich gut tut und was nicht.

    Auszug:

    “Wodurch die Entzündung ausgelöst wird, ist nicht bekannt. … Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einer Colitis ulcerosa auf seelische Belastungen stärker mit Darmbeschwerden reagieren als Gesunde.”

    Quelle: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/colitis-ulcerosa/was-ist-colitis-ulcerosa-deren-ursache.html

    Vielleicht sollte es mehr Studien zu verschiedenen Psychotherapien und Entspannungstechniken geben, evtl. gäbe es hier mehr Fortschritte bei der Behandlung.

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