Morbus Crohn: Wird die Diagnose per Routine-Bluttest möglich?

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Die Diagnose von Morbus Crohn ist bislang nur aufwendig mit Ultraschall- und Stuhluntersuchungen möglich. Mitunter müssen sogar invasive Diagnoseverfahren angewandt werden. Das könnte sich bald ändern. Das britische Pharma-Unternehmen PredictImmune hat nun (Mai 2018) eine Förderung des gemeinnützigen Wellcome Trusts in Höhe von 4,3 Millionen Pfund (ca. 4,8 Millionen Euro) erhalten, um klinische Tests eines neuen Diagnoseverfahrens zu ermöglichen.

Das neue Verfahren soll mit einer einfachen Blutproben-Untersuchung feststellen können, ob beim Patienten bestimmte genetische Marker vorliegen, die Morbus Crohn begünstigen oder auslösen können. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass genetische Faktoren eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn spielen können. Das neue Testverfahren dürfte, sollten die klinischen Versuche nun erfolgreich verlaufen, eine erhebliche Verbesserung bei der Patientenversorgung bedeuten.

Denn mit dem neuen Testverfahren hofft das Unternehmen nicht nur die Diagnose zu beschleunigen, sondern darüber hinaus auch bei der Bestimmung der besten Behandlungsmethode helfen zu können. Bislang ist die Entscheidung, ob eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten oder die Verabreichung von immuntherapeutischen Präparaten sinnvoll ist, vergleichsweise komplex und damit potenziell fehleranfällig. Durch die Bestimmung der Gen-Marker soll der mögliche Krankheitsverlauf wesentlich genauer vorherberechnet werden können. Wenn das neue Verfahren sich in der Praxis bewährt, könnte die Therapie von Morbus Crohn in der Zukunft erheblich effektiver und insofern auch komplikationsloser verlaufen.

Morbus Crohn tritt bei vielen Patienten in Schüben auf. Je häufiger solche Schübe vorkommen, desto wahrscheinlicher wird es, dass ein operativer Eingriff notwendig wird, um Schäden an Darm und anderen Organen vorzubeugen. Durch eine genauere Identifikation der individuellen Ursachen der Krankheit, können Ärztinnen und Ärzte besser und schneller auf diese Schübe reagieren und ihre Wirkung lindern, indem sie sie über einen längeren Zeitraum strecken. Solche remissionserhaltenden Therapieverfahren können bislang die Notwendigkeit operativer Eingriffe meist nur verringern und sie nicht völlig verhindern. Eine bessere und schnellere Reaktion auf die Krankheitsschübe könnte demnach in einer noch weitreichenderen Reduktion der notwendigen Eingriffe resultieren. Für viele Patienten könnte Morbus Crohn so zu einer wesentlich geringeren körperlichen und damit auch psychischen Belastung werden.

Quellen:
labiotech.eu
healio.com

 

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