Können Granatäpfel gegen eine Entzündung des Darms helfen?

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Der Granatapfel erzeugt im Körper ein Abbauprodukt, welches dabei helfen kann, Entzündungen des Darms zu lindern.

Für die Betroffenen von entzündlichen Erkrankungen des Darms könnte es ein wahrer Hoffnungsträger sein: Im Körper entsteht nach dem Genuss von Granatäpfeln beim anschließenden Abbau ein Produkt, welches gegen entzündliche Erkrankungen des Darms wirkt [1].

Der Stoff, der im Körper gebildet wird, wenn Granatäpfel verdaut werden, könnte Hilfe für Betroffenen von Entzündungen im Darm bieten. Ein Forschungsprojekt mit Mäusen lässt dies zumindest hoffen. Die in der Darmflora ansässigen Mikroben stellen eine Substanz her, welche die Entzündungen, die für Colitis ulcerosa und Morbus Crohn verantwortlich sind, lindern. Auch eine krankhaft bedingte Durchlässigkeit der Wand des Darms wird durch die Abbausubstanz entgegengewirkt.

Auf der ganzen Welt gibt es mehrere Millionen Menschen, deren Darm unter Entzündungen leidet, welche chronisch sind. Dazu zählen zum Beispiel Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Hier ist die Schleimhaut des Darms chronisch entzündet, welches zu Schmerzen im Bauch und Durchfall führt.

Wodurch diese Entzündungen entstehen, ist nicht bis auf das letzte geklärt. Es ist aber belegt, dass die Darmflora hierbei eine große Rolle spielt. Auch scheint es so zu sein, dass Betroffene unter einer undichten Darmbarriere leiden. Dies bedeutet, dass die Barriere für schädigende Stoffe durchlässiger ist, als bei gesunden Menschen. Diese können dann ungehindert die Wand des Darms passieren.

Abbauprodukt des Granatapfels wirkt anti-entzündlich

Die Forscher haben bei der Suche nach neuen Möglichkeiten für Therapien bei Morbus Crohn und anderen Darmleiden den Fokus auf die Ernährung gerichtet. Hierbei wurde herausgefunden, dass Ellagsäure, welche besonders hochkonzentriert im Granatapfel, Erdbeeren oder Himbeeren zu finden ist, von einem speziellen Bakterium im Darm so verstoffwechselt wird, dass Abbausubstanzen entstehen, welche gegen Entzündungen wirken. Diese Abbausstoffe werden auch als Urolithinen bezeichnet.

Forscher haben jetzt an Mäusen untersucht, ob die Phenole ebenfalls bei Entzündungen des Darms helfen können. Die University of Louisville nahm hierfür das Urolithin A und gab es Mäusen, die unter chronischen Entzündungen des Darms litten. Über sieben Tage lang bekamen diese das Urolithin A verabreicht.

Vorbeugende und sogar heilende Wirkungen

In dieser Forschungsreihe bestätigte sich, dass die entzündlichen Erkrankungen des Darms durch die Gabe der Substanz erheblich zurück gegangen sind. Die Mäuse zeigten einen geringeren Gewichtsverlust als die restlichen Kontrollmäuse, die Symptome wurden gelindert und auch konnten die Entzündungsstoffe im Blut nicht mehr in so hoher Menge nachgewiesen werden. Die Proben aus dem Dickdarm zeigten weniger Schäden am Gewebe und Merkmale von Entzündungen.

Ebenfalls konnte ein vorbeugender Effekt beobachtet werden. Bei Mäusen, welche die Substanz verabreicht bekamen, kam es gar nicht erst zur Entwicklung der Darmbeschwerden. Die gleiche Wirkung wurde ebenfalls mit einer synthetisch hergestellten Form des Stoffes erzielt.

 

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