Fünf Mythen über das Reizdarmsyndrom im Check

CED Bauchschmerzen Bettflasche

Ein Reizdarm kann sich unterschiedlich äußern, zum Beispiel in Form von Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen oder Verstopfung. Da es sich dabei um viele Gründe handeln kann, weshalb ein Reizdarmsyndrom auftritt, halten sich auch einige Mythen rund um das Thema hartnäckig.

Mythos 1: Die Psyche ist schuld

Da es keine Tests oder Untersuchungen gibt, die darauf schließen lassen, dass ein Patient vom Reizdarmsyndrom betroffen ist, hält sich der Mythos hartnäckig. Doch nur, weil Magen- und Darmspiegelung, Ultraschall und verschiedene Labortests keine Auffälligkeiten aufweisen können, muss der Grund für die Beschwerden nicht zwingend psychisch sein. Denn das Reizdarmsyndrom zählt trotzdem zu den organischen Krankheitsbildern und nicht zu den Psychosomatischen. Einigen Studien konnte nämlich beweisen, dass die Darmflora von Patienten mit Reizdarmsyndrom Unterschiede zu gesunden Patienten aufwies.

Da das Nervensystem in der Darmwand bei Patienten mit Reizdarm verändert ist, reagieren diese auch dementsprechend empfindlicher auf Vorgänge im Darm. In der Darmschleimhaut befinden sich mehr Abwehrzellen, die im Endeffekt die Beschwerden auslösen, da das Nervensystem aktiviert wird. Doch trotz dieser Studien ist der genaue Grund für einen Reizdarm noch immer nicht gefunden.

Mythos 2: Ein Reizdarm kommt ohne Ankündigung

In einzelnen Fällen kann dies tatsächlich passieren. Allerdings gibt es in den meisten Fällen vorher bereits Beschwerden, die mit dem Darm zu tun haben.

Bestand im Vorfeld eine Infektion des Darms, kann ein Reizdarm auch durch zusätzlichen Stress nach der Infektion ausgelöst werden. Patienten, die in ihrer Kindheit oder Jugend ein traumatisches Erlebnis hatten, wie zum Beispiel Missbrauch oder Vergewaltigung, leiden auch öfter an einem Reizdarm. Genauso können bestimmte einschlagende negative Lebensereignisse Grund für einen Reizdarm sein. Einen Auslöser gibt es also immer im Vorfeld.

Mythos 3: Nur Frauen leiden an Reizdarm

Circa zwei Drittel der Betroffenen sind zwar tatsächlich Frauen, allerdings sind die Beschwerden hier meist andere als bei den Männern, nämlich eher durch Verstopfungen ausgeprägt. Das eine Drittel ist von Männern und Frauen gleich viel vertreten und äußert sich meist als Reizdarm mit Durchfall.

Mythos 4: Ein Reizdarm bleibt für immer

Die Symptome eines Reizdarm bleiben nicht für immer, sondern sind meist in einer bestimmten Lebensphase akut vertreten. Oft handelt es sich dabei um die mittlere Lebensphase. In einigen Fällen sind die Symptome sogar nach einer gewissen Zeit komplett verschwunden. Doch wann genau ein Reizdarm wieder verschwindet, kann nicht genau gesagt werden. Immerhin handelt es sich trotzdem um eine chronische Krankheit.

Mythos 5: Ignoranz verbessert die Beschwerden

Ein Reizdarm sollte nicht ignoriert werden, sondern eher so schnell wie möglich behandelt werden. Denn die Lebensqualität des Patienten kann enorm unter einem Reizdarm leiden. Für den Patienten ist es daher angenehmer, die Symptome so schnell wie möglich einigermaßen in den Griff zu bekommen. Auch wenn das oft ein langer und geduldiger Prozess sein kann, so bringt eine Linderung der Symptome zumindest die verlorene Lebensqualität wieder zurück.

Originalpublikation:
brigitte.de

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