Forschung – Neues Medikament mit vielversprechenden Aussichten für Morbus Crohn-Erkrankte

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Die MorphoSys AG bestätigte vergangene Woche, dass der Lizenzpartner Janssen Pharmaceutica Forschungen am neuen Medikament Tremfya® intensiviere. In einer klinischen Phase eines „2/3 Entwicklungsprogrammes“ wird das Medikament nun an 2000 Patienten mit moderaten bis starkem Morbus Crohn untersucht[1].

Neues Medikament mit vielversprechenden Aussichten

Tremfya® ist ein Medikament von dem belgischen Unternehmen Janssen Pharmaceutica, der Pharmasparte des US-Konzerns Johnson & Johnson, welches erst seit Dezember 2017 auf dem Markt ist. Es beinhaltet den Wirkstoff Guselkumab, ein humaner und monoklonaler Immunglobin- Antikörper, der durch rekombinante DNA- Technologie in einer CHO-Zellinie hergestellt wird[2]. Bisher wurde er besonders in den USA, der EU und Kanada zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt und dort große Erfolge erzielt. Durch die Behandlung mit Tremfya® sind die Beschwerden bei vielen der 825 Patienten um mindestens 90% zurückgegangen, was als Hauptindikator zur Wirksamkeit des Medikamentes gilt. Behandelt wird hierbei das entzündungsfördernde Protein IL-23, welches als Botenstoff für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten gilt. Durch die Bekämpfung des Proteins könnten so Entzündungen vermieden werden[3].

Wenige Injektionen, jedoch bedenkliche Nebenwirkungen

Vorteile des Medikamentes sind die selteneren Injektionen, die nur circa alle vier Wochen erfolgen müssen. Der flüssige Wirkstoff wird hierbei als Spritze injiziert, was eine tägliche Tabletteneinnahme ausschließen würde. Trotz der vielversprechenden Vorteile könnte es Bedenken bei den Nebenwirkungen des Medikamentes geben. Infektionen in den oberen Atemwegen würden sehr häufig vorkommen und auch zum Beispiel Gastroenteritis, Herpeserkrankungen und Kopfschmerzen sind als häufige Nebenwirkungen eingestuft.

Große Pläne für die Zukunft

Nach der klinischen Untersuchungsphase an Patienten sollen in der dritten Phase des Entwicklungsprogrammes zwei genaue Analysen über die Wirksamkeit des Medikamentes stattfinden. „Im Erfolgsfall könnte dieses Studienprogramm zu einer Erweiterung des Therapieangebotes von Tremfya® führen“, so der MorphoSys-Forschungsvorstand Markus Enzelberger, der sich über das Entwicklungsprogramm an Morbus Crohn freut. „Dies ist eine schwere Erkrankung, bei der trotz der Verfügbarkeit einiger wirksamer Therapien ein erheblicher medizinischer Bedarf besteht.“ Bei Erfolg sei auch eine Marktzulassung zur Behandlung von Morbus Crohn- Patienten ein wichtiges Ziel. So könne Tremfya® eine entlastende Hilfe für langjährige Erkrankte sein. Alleine in den USA könnten 700 000 Patienten von dem neuen Medikament profitieren und mit MorphoSys als deutscher Partner wäre auch eine schnelle Ausweitung in die EU möglich.

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