Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes werden durch unsere Ernährungsgewohnheiten begünstigt

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Die deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie hat eine Prognose veröffentlicht, nach der in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2030 das Auftreten von Magen-Darm-Problemen zwischen 20 und 25 Prozent häufiger auftreten werden.

Die Ernährung in der westlichen Welt

Als Grund nennt die Gesellschaft für Gastroenterologie besonders die Ernährung in der westlichen Welt. Diese ist geprägt von dem Verzehr von großen Mengen Wurstprodukten, süßen Getränken, Weißbrot, und rotem Fleisch. Das Spektrum der Bakterien, die sich im Darm befinden, wird davon stark negativ beeinflusst. Die entzündlich-chronischen Darmleiden werden damit zu einer typischen Zivilisationskrankheit.

Die Forscher haben belegt, dass es noch in den 1970er Jahren in Deutschland und dem Jahr 2019 ein Wachstum der entzündlich-chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Systems um fast 300.000 Krankheitsfällen gab. Besonders, wenn berücksichtigt wird, dass die Diagnostik in dieser Zeit stark verbessert wurde, ist dieser Zuwachs mehr als deutlich. Aktuell wird bei circa 2,5 Millionen Deutschen pro Jahr eine Erkrankung des Magen-Darm-Systems, der Gallenwege, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber in Krankenhäusern behandelt. Nach Angaben der Fachgesellschaft sterben sogar pro Jahr fast 61.000 Menschen an diesen Erkrankungen.

Begünstigt durch Umweltfaktoren und Genvarianten

Im Fokus der Forschungen steht besonders das sogenannte Mikrobiom. Mikrobiome sind eine Art von Mikroorganismen, welche sich im Magen-Darm-Trakt ansiedeln. Zu der Verwertung der aufgenommenen Nahrung tragen Bakterien in Billionenhöhe bei. Diese stehen allerdings ebenfalls im Verdacht, Krankheiten außerhalb und innerhalb der Organe der Verdauung auszulösen, und das begünstigt durch Umweltfaktoren und Genvarianten. Krebs ist eine der schlimmsten Folgen, die eine chronische Entzündung im Magen-Darm-System sein kann. Bei der Prävention von Krebserkrankungen sind die Darmkrebsvorsorge und die Therapien von Hepatitis C und Magengeschwüren sehr wichtig.

Testverfahren für das Analysieren der Darmflora in der Kritik

Keinen Nutzen dagegen haben nach Angaben der Forscher nach dem heutigen Stand die Tests, welche kommerziell verkauft werden und die Darmflora analysieren sollen. Denn das vollständige Spektrum der Mikroorganismen des Magen-Darm-Traktes macht nicht viel Sinn. Die Bakterien im Darm beziehungsweise ihre Zusammensetzung steht in keinem direkten Zusammenhang mit eventuell auftretenden Symptomen von Erkrankungen. Zum Beispiel sind Schwankungen, die über eine kurze Zeit auftreten, bezüglich der Mikrobiom Zusammensetzungen normal. Dies lässt sich auf die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Lebensmitteln zurückführen, aber auch auf Reisen, bei denen andere Nahrung als im Alltag gegessen wird.

Die Forschung zu dem Mikrobiom steckt noch in den Kinderschuhen. Allerdings wurden bereits faszinierende Erkenntnisse gewonnen. Doch der wirkliche Beweis, dass diese Testverfahren dem Patienten einen wirklichen Mehrwert bringen, gibt es noch nicht. Die bis jetzt erzielten Ergebnisse haben noch keine große Aussagekraft. Daher wird generell davon abgeraten, viel Geld für diese Tests zu investieren, obwohl bereits viele ärztliche Praxen diese zusätzliche Leistung anbieten. Stuhltests machen allerdings dann Sinn, wenn sie zur Vorsorge von Darmkrebs oder um pathogene Erreger zu identifizieren, eingesetzt werden.

Originalpublikation:
sueddeutsche.de

 

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