Defekte Darmbarriere heilen – Granatäpfel könnten gegen chronische Darmbeschwerden helfen

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Das Leben kann für die Betroffenen von chronischen Darmentzündungen wirklich stark eingeschränkt sein. Aktuelle Studien haben nun ergeben, dass durch einen Stoff, der besonders in Granatäpfeln vermehrt enthalten ist, Abhilfe geschaffen werden kann. Die Therapie hat bei Versuchen mit Mäusen bereits positive Ergebnisse gezeigt.

Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland leiden nach Schätzungen an entzündlichen, chronischen Erkrankungen des Darms wie beispielsweise Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Die Symptome sind hier häufig Fieber, Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bauchkrämpfe und Durchfall. Ebenfalls andere Organe können sich entzünden und offene Wunden im Mundbereich sind als Folge der Erkrankungen des Darms nicht selten.

Granatäpfel wirken gegen eine Entzündung der Schleimhäute des Darms

Ein weltweites Team von Forschern aus Indien, Kanada und den USA konnte in verschiedenen Untersuchungen, die mit Mäusen durchgeführt wurden, nun belegen, dass ein Stoff, der in Granatäpfeln vorkommt, nicht nur ausschließlich die jeweiligen Symptome reduzierten kann, sondern auch prophylaktisch gegen eine Entzündung der Schleimhäute des Darms wirkt. Veröffentlicht wurde diese Studie in dem wissenschaftlichen Magazin “Nature”. Die Ergebnisse könnten einen großen Durchbruch bei der Forschung und Therapie von Darmleiden bedeuten.

Die Mäuse, die vorher künstlich hervorgerufene Entzündungen des Darms hatte, bekamen einen Wirkstoff, der in Granatäpfeln enthalten ist, nämlich Urulithin A. Das Äquivalent dieses Stoffes, welches künstlich erzeugt wird, nennt sich UAS03. Es liess sich hier, verglichen mit der Kontrollgruppe, feststellen, dass der Gewichtsverlust der Tiere geringe war, als bei den erkrankten Mäusen, welche den Wirkstoff nicht verabreicht bekommen haben. Die Untersuchungen des Blutes zeigten, dass die Entzündung gemindert wurden war. Bei Untersuchungen des Dickdarms wurde festgestellt, dass hier ebenfalls weitaus weniger Gewebe geschädigt war.

Bahnbrechende Wirkung auf die Zellen

Bei den Mäusen, die gesund waren, hat sich gezeigt, dass die Ernährung mit Granatäpfeln auch eine Prophylaxe darstellen kann. Nach der Verabreichung von Urulithin A waren die Mäuse im Labor resistent. Es war nicht möglich, die Entzündung des Darms künstlich zu forcieren.

Die Wissenschaftler erklären das positive Ergebnis der Untersuchung damit, dass der Schlüssel im Urulithin liegt. Dieser Stoff wirkt nämlich nicht nur gegen Entzündungen, sondern kann auch dazu beitragen, Darmbarrieren, die defekt sind, zu heilen. An den Barrieren des Darms werden sowohl durch das UAS03 als auch durch das Urulithin A Signalwege aktiviert, welche dann geöffnet werden. Dadurch findet eine höhere Ausschüttung an den Tight-junction-Proteinen des Darms statt. Durch diese werden Zwischenräume in den Zellen geschlossen. So haben die Stoffe, welche für die Entzündungen verantwortlich sind, keine Chance mehr, einzudringen.

Die Urulithine sind nicht nur in Granatäpfeln zu finden, sondern ebenfalls in Himbeeren und in Erdbeeren. Es könnte aber auch sein, dass die Wirkstoffe in der Therapie in ihrer Reinform eingesetzt werden können. Dann käme eine orale Therapie mit UroA beziehungsweise UAS03 für Betroffene infrage, um Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und andere Entzündungen nachhaltig zu reduzieren. Aktuell wird das Potential in weiteren klinischen Studien noch untersucht.

Originalpublikation:
n-tv.de

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