CED Glossar – Morbus Crohn & Colitis ulcerosa Glossar


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Darm

Als Darm wird der umfassendste und wichtigste Teil des menschlichen Verdauungstraktes bezeichnet. Zum Verdauungstrakt gehören ausserdem die Mundhöhle, die Speiseröhre und der Magen sowie der After. Die Verdauungsarbeit im Darm wird von den Mikroorganismen in der Darmflora unterstützt.

Darmkrebs

Bösartige Tumoren im gesamten Darmbereich werden zusammenfassend als Darmkrebs bezeichnet. Sie sind die zweithäufigste Erkrankung an einer Krebsform sowohl bei Männern als auch bei Frauen. In Deutschland erkranken im Verlaufe ihres Lebens über 6 % der Bevölkerung, viele davon in einem Lebensalter über 55 Jahre.

Darmlumen

Als Darmlumen wird derjenige Raum innerhalb der Darmschlingen bezeichnet, der frei und üblicherweise mit Stuhl oder Speisebrei ausgefüllt ist. Der Wert Lumen (physikalisch die lichte Weite) ist bei Darmerkrankungen verringert (Stenosen oder Tumore) oder vergrössert (Darmatonie oder Meteorismus).

Darmschleimhaut

Der gesamte Darmbereich ist mit der Darmschleimhaut ausgekleidet. Dort bilden Drüsen den Darmsaft, und Enzyme spalten Nährstoffe. Diese Auskleidung enthält ausserdem Zellen, in denen Nährstoffe aus dem Darm ins Blut und die weiteren Körperzellen aufgenommen werden. Auch Immunzellen sind in der Darmschleimhaut vorhanden.

Darmspiegelung

Für eine Koloskopie, wie die Darmspiegelung medizinisch genannt wird, verwenden Mediziner ein 1,2 Meter langes und ca. 1 cm dickes Koloskop. Diese Untersuchungsmethode wird für vorbeugende Untersuchungen oder zur Diagnostik bestimmter Darmerkrankungen verwendet.

Darmspüllösung

Eine Darmspüllösung wird verabreicht, um den Darm in kurzer Zeit vollständig zu reinigen. Diese schnelle Reinigung ist vor einer Koloskopie (Darmspiegelung), vor Bauchoperationen oder radiologischen Untersuchungen des Dickdarms notwendig. Die verschiedenen Präparate sollten nur in ärztlicher Absprache eingenommen werden.

Darmwand

Die Darmwand hat die Form eines Schlauches und ist dreischichtig aufgebaut. Innen ist sie mit der Mukosa (Darmschleimhaut) ausgekleidet. Darüber liegen innere Ring- und äussere Längsmuskeln in zwei Schichten. Unter und zwischen den Darmmuskeln existiert ein darmeigenes Nervensystem.

Darmzotten

Die Darmzotten als Bestandteil der Darmschleimhaut des Dünndarms sehen wie Erhebungen in Finger- oder Blattform aus. Zwischen den Zotten bilden Drüsenzellen Verdauungssaft. Ausserdem arbeitet in den Darmzotten ein ganzes System von Lymphgefässen (zum Abtransport von Gewebeflüssigkeiten).

Diarrhö

Eine Durchfallerkrankung wird medizinisch – unabhängig von der Ursache – als Diarrhö bezeichnet. Akuter Durchfall kann eine Folge der Nahrungsaufnahme sein, chronischer Durchfall verschiedene Erkrankungen anzeigen. Bei Nahrungsmittelvergiftungen, Tumoren oder infektiösen Darmerkrankungen ist Diarrhö in unterschiedlich flüssiger Konsistenz ein Symptom.

Dickdarm

Am Ende des Dünndarms beginnt der Dickdarm und endet am Anus. Im Dickdarm wird der Stuhl gespeichert und transportiert. Zugleich werden Ionen aus Kalium, Natrium bzw. Chlorid aufgenommen oder ausgeschieden. Im Dickdarm sitzt auch die Darmflora mit den verdauungsregulierenden Mikroorganismen.

Divertikel

Als Divertikel werden Aussackungen bezeichnet, die an der Wand eines Hohlorgans vorhanden sind. Die Aussackung der gesamten Wand ist ein echtes Divertikel, Muskellücken in Teilen der Wand oder Mukosa-Ausstülpungen dagegen Pseudodivertikel (auch: falsche Divertikel).

Dormicum

Der Name Dormicum wird für ein Sedativum verwendet. Dieses wird zu beruhigenden Zwecken verschrieben und hat darüber hinaus entkrampfende sowie angstlösende Wirkung. Dormicum wird als Betäubungsmittel bei diagnostischen Eingriffen oder Operationen, zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose sowie zur Notfallbehandlung bei schweren epileptischen Anfällen verwendet.

Drainage

Mit Hilfe einer medizinischen Entwässerung (Drainage) werden Körperflüssigkeiten oder Gase aus dem Körper abgeleitet. Bei der inneren Drainage werden unter anderem aufgestaute Flüssigkeiten in Magen oder Darm abgeleitet. Eine äussere Drainage leitet Körperflüssigkeiten aus dem Körper nach aussen in ein Auffangbehältnis.

Dünndarm

Zwischen Magen und Dickdarm liegt als längster Teil des Verdauungstraktes der Dünndarm, bestehend aus Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm. Ein erwachsener Mensch hat einen Dünndarm von drei bis sechs Metern Länge. Hauptfunktionen des Dünndarms sind die Verdauung, die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen und die Immunabwehr.

Duodenum

Im Zwölffingerdarm, dem Duodenum, beginnt der Dünndarm auf einer Gesamtlänge von etwa 30 cm. Er führt aus dem Magenpförtner hinaus, hat eine Leberverbindung und liegt als einziger Teil des Dünndarms innerhalb des Bauchfells. Im Laufe des Lebens können Geschwüre die Funktion des Duodenums beeinträchtigen (Zwölffingerdarm-Geschwür).

Eisenmangelanämie

Bei der Eisenmangelanämie handelt es sich um eine weltweit häufige Mangelkrankheit. Dabei ist die Hämoglobinproduktion (roter Blutfarbstoff) gestört, was sich durch sichtbare Gesichtsblässe, Müdigkeit und Antriebslosigkeit bemerkbar macht. Oft verursachen schwerwiegende organische Erkrankungen, häufig Tumorerkrankungen, diese Krankheit. Behandelt wird der Mangel diätetisch oder medikamentös.

Embolie

Bei einer Embolie verschliesst eingeschwemmtes Material während der Blutzufuhr ein Blutgefäss. Diese Einschwemmungen können Blutgerinnsel, Fetttropfen oder Luftblasen sein. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Thrombembolie, die nach einer Thrombose eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall, oft mit Todesfolge, auslösen kann.

Entyvio

Mit dem Medikament Entyvio (Vedolizumab) werden erwachsene Patienten bei mittelschweren bis schweren Formen des Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa behandelt. Der humanisierte, monoklonale (von einer einzigen Zelllinie abstammend) Antikörper wird dann eingesetzt, wenn Patienten andere Medikamente nicht vertragen oder eine herkömmliche Therapie nicht wirkt.

Entzündung

Entsteht im oder auf dem Körper eine Entzündung, zeigt dies ein aktiviertes Immunsystem an. Dieses versucht, mit dieser Immunreaktion Giftstoffe oder Krankheitserreger aus dem Gewebe zu entfernen. Dies kann auch von Autoallergenen verursacht werden und zeigt in einem solchen Fall eine Autoimmunerkrankung an.

Enzyme

Enzyme werden auch als Fermente bezeichnet. Sie beschleunigen in ihrer Katalysatorfunktion chemische Reaktionen im Körper, darunter im Stoffwechsel, zu dem auch die Verdauung gehört. Die Funktionalität der Enzyme im menschlichen Körper reicht vom Katalysieren einer einzigen Reaktion bis hin zu mehreren Reaktionen, die gleich, ähnlich oder gar sehr unterschiedlich sind.

ERCP

Die endoskopische Methode des ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) wird für therapeutische Eingriffe oder Untersuchungen angewandt. Endoskopisch bedeutet, dass ein Endoskop über den Mund, also oral, in den Verdauungstrakt eingeführt wird. Retrograd beschreibt, dass ein Kontrastmittel entgegengesetzt zur Flussrichtung der Gallenflüssigkeit in die Gallenwege eingespritzt wird.

Erythema nodosum

Bei einer Knotenrose (Erythema nodosum) der Knie, Sprungelenke oder Unterschenkel entzündet sich das Fettgewebe der Unterhaut. Von diesem akuten Entzündungsprozess sind auch die Kapillarwände betroffen. Ausserdem bilden sich Knötchen. Eine Erythema nodosum verläuft sehr schmerzhaft und kann selten auch Arme oder Gesäss betreffen.

Extraintestinal

Der medizinische Fachbegriff extraintestinal beschreibt Prozesse, Befunde, Symptome oder Eingriffe ausserhalb des Darmkanals.

Fadendrainage

Bei Fisteln im Analbereich wird auf eine Fadendrainage zurückgegriffen. Hierbei werden Fäden vom Fistelinnern nach aussen verlegt, so dass der Bereich ständig offenbleibt und das Sekret abläuft. Die Fadendrainage ist langwierig (Wochen bis Monate) und lindert die Beschwerden deutlich bis vollständig.

Fissur

Eine Fissur ist eine Furche oder Rinne auf der Organoberfläche. Natürlich gewachsene Fissuren befinden sich unter anderem zwischen den Lungenlappen, den Schädelknochen oder in der Faltung der Grosshirnrinde. Krankhafte Fissuren sind Einrisse der Schleimhäute, Fehlbildungen der Haut oder Haarrisse des Knochens.

Fistel

Ihrer Entstehung nach sind Fisteln das Ergebnis chronischer oder akuter Entzündungen oder eine Spätfolge äusserer mechanischer Einwirkungen, beispielsweise durch eine Operation oder einen Unfall. Die Form einer Fistel ist eine netzröhrennetzartige Verbindung zwischen Hohlorganen und der Körperoberfläche oder zwischen Hohlorganen und anderen Körperorganen.

Flexüle

Ein peripherer Venenkatheder schafft einen Zugang über die Haut in eine Vene. Flexüle ist dafür einer von mehreren Handelsnamen. Patienten bekommen einen einmaligen Einstich durch die Haut zur Vene, um hierüber für einen oder mehrere Tage Flüssigkeiten intravenös in den Blutkreislauf zu verabreichen.

 

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