CED betroffene Kinder leiden besonders häufig an einer psychischen Krankheit

kind kinder morbus crohn ced psychische krankheit

Dass entzündliche Darmerkrankung den Körper und die Seele belasten ist schon lange bekannt. Man ist in seinem Alltagsleben oft eingeschränkt, muss auf viele Lebensmittel verzichten und wird zusätzlich gequält von Schmerzen. Alle diese Faktoren belasten die Psyche. Das erhöhte Risiko von psychiatrischen Erkrankungen wurde bislang nur bei Erwachsenen untersucht. Doch eine weitere bevölkerungsbasierte Untersuchung zeigt, dass auch Kinder und Jugendliche, die an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leiden, eine erhöhte psychiatrische Morbidität haben.

Die Epidemiologin des Karolinska Institutes in Stockholm Agnieszka Butwicka hat die Daten von Kindern und Jugendlichen der Geburtsjahrgänge von 1973 bis 2013 untersucht und ausgewertet. Insgesamt wurden 6464 Personen untersucht, bei denen eine entzündliche Darmerkrankung jeweils vor dem 18. Geburtstag diagnostiziert wurde.

In Schweden haben die Einwohner eine eindeutige Identifikationsnummer, die ein Ermitteln von Personen, die in psychischer Behandlung waren möglich macht. 1117 Patienten waren demnach innerhalb der ersten neun Jahre in Behandlung nach der Diagnose der entzündlichen Darmerkrankung.

Unterschiedliche psychische Störungen bei CED betroffenen Kindern möglich

Kinder mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn hatten ein Risiko, das um 60 Prozent erhöht war, auf eine psychische Erkrankung, die von Ärzten diagnostiziert wird. Diese darmkranken Kinder litten beispielsweise häufiger unter Stimmungsschwankungen und -störungen. Zudem unternahm diese betroffene Altersgruppe auch häufiger einen Suizidversuch. Weitere psychischen Störungen waren unter anderem Essstörungen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Kinder mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen litten zudem oftmals an Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oder Autismus-Spektrum-Störungen.

In einer Pressemitteilung des Karolinska Instituts kann man nachlesen, dass die Ergebnisse dadurch bestätigt werden, dass ein Vergleich mit Geschwistern, mögliche Verzerrungen durch Lebensstil, Vererbung oder sozioökono­mische Herkunft ausschließt. Es ist ja auch für jeden nachvollziehbar, dass die dauerhafte Einnahme von Medikamenten und die ständige Einschränkung in der Lebensqualität sich in der Psyche bemerkbar machen. Zudem leiden die Kinder oft unter den häufigen Arztbesuchen, dem Stress und den Schmerzen.

Rechtzeitige psychiatrische Beratung für CED betroffene Kinder empfohlen

Interessant ist es, dass die psychiatrische Morbidität im ersten Jahr, in dem man die Diagnose erfährt, am höchsten ist. Danach nimmt sie langsam ab. Erst nach fünf Jahren nach der Erstdiagnose sinkt das Risiko wieder nachweisbar. Aufgrund dieser Tatsachen rät Agnieszka Butwicka rechtzeitig mit Kindern eine psychologische Beratung oder Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Diese kann Belastungen für das Kind und deren Eltern mildern.

Originalpublikation:
aerzteblatt.de

Ein Kommentar zu “CED betroffene Kinder leiden besonders häufig an einer psychischen Krankheit

  1. Judith F.

    Es ist möglich, dass…?
    Ich denke, es ist kaum auszuschliessen bei dieser enormen Belastung und Beeinträchtigung. Ein Kind, das so in seiner Entwicklung, Spielfreude, Freundesleben usw. behindert wird, ist sehr belastet!
    Ich werde seit meiner frühen Jugend davon geplagt und merke, dass es mir immer mehr auf die Psyche schlägt. Immer wieder schöne Sachen, Verabredungen, Ausflüge, Ferien absagen und verzichten, haut rein. Steter Tropfen höhlt den Stein.
    Und ich verstehe alles intellektuell, besser als ein Kind.
    Wie also ist das für ein Kind, das immer wieder diese Schmerzen, Durchfälle usw erlebt, verzichten muss, evtl. Wachstumsstörungen bekommt? Schrecklich. 😪
    Diese Frage ist eigentlich keine Frage.
    Natürlich bewirkt es etwas an der Psyche! So wie jede Behinderung und Krankheit auch. Weil wir eine Einheit sind. Psyche und Soma.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.