Begünstigung von Darmleiden durch westlichen Lebensstil

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Ein Sprichwort besagt, dass “der Mensch ist, was er isst”. Diesen Spruch halten Fachärzte für nicht ganz sinn frei. Denn um so mehr Fast Food der Mensch zu sich nicht, um so mehr sind die Verdauungsorgane unter Stress gesetzt.

Ernährung als Auslöser für Darmerkrankungen

Bis zum Jahr 2030 kann es laut einer Prognose dazu kommen, dass die Menschen immer häufiger an Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes leiden werden. Dabei kann als Grund auch der Konsum von immer mehr süßen Getränken, rotem Fleisch, Weissbrot und Wurst verantwortlich gemacht werden. Denn durch diesen Konsum wird das Bakterienspektrum im Darm nicht zum positiven beeinflusst. Darmerkrankungen, die chronisch-entzündlich sind, werden von vielen Ärzten daher mittlerweile als “Zivilisationskrankheit” bezeichnet.

Anstieg der Darmkrankheiten

Seit den 1970er Jahren gab es einen Anstieg der chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten von rund 150.000 Fällen. Damit ergibt sich mittlerweile eine Gesamtzahl von 450.000 Menschen, die pro Jahr an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden. In einem Jahr werden momentan in Deutschland circa 2,5 Millionen Menschen in einer Klinik aufgrund von Beschwerden mit dem Magen-Darm-Trakt, der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder der Gallenwege behandelt. Leider sterben sogar noch immer Menschen an diesen Erkrankungen, pro Jahr sind es um die 61.000 Menschen.

Wissenschaftler fokussieren sich sehr auf das Mikrobiom, also sogenannte Mikroorganismen, die sich im Darm ansiedeln. Zur Verwertung der Nahrung im Darm, tragen dabei Billionen von Bakterien bei. Es kann allerdings noch nicht ausgeschlossen werden, dass die Bakterien auch Krankheiten außerhalb und innerhalb des Darms verantwortlich sind. Mögliche Ursachen dafür könnten Umweltfaktoren oder bestimmte Genvarianten sein. Krebs kann ebenfalls eine mögliche Ursache einer chronischen Darmentzündung sein. Um Krebs vorzubeugen kann es hilfreich sein, Magengeschwüre therapieren zu lassen, zur Darmkrebsvorsorge zu gehen und Hepatitis C behandeln zu lassen.

Stuhltest wird als umstritten angesehen

Ein Stuhltest zur Untersuchung der Darmflora wird momentan von den Wissenschaftlern als nicht sinnvoll betrachtet. Es muss nämlich nicht immer ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Bakterien und den auftretenden Krankheitssymptomen bestehen. Durch bestimmte Nahrungsmittel, Reisen oder Medikamente kann es nämlich vorkommen, dass die Zusammensetzung der Bakterien sich kurzfristig ändert.

Die Forschung der Mikrobiome steht also damit noch ganz am Anfang. Es muss daher erst noch bewiesen werden, dass Mikrobiome-Tests für den Patienten hilfreich sind. Noch reichen die Ergebnisse auf jeden Fall nicht aus. Auch wenn manche Arztpraxen solche Tests als Zusatzleistung anbieten, ist von diesen abzuraten. Ein Stuhltest macht lediglich dann Sinn, wenn der Verdacht auf Darmkrebs vorliegt oder der Vorsorge dienen soll.

Quelle: bluewin.ch

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