Begleiterkrankungen bei einer CED frühzeitig erkennen und behandeln steigert die Lebensqualität

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Wenn der Darm chronisch entzündet ist, dann leidet der Patient an Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und anderen Begleiterkrankungen. Wenn man diese in Angriff nimmt, sobald sie auftreten, dann kann die Lebensqualität und die Lebenserwartung positiv beeinflusst werden. Dieses parallele Behandeln der auftretenden Krankheiten ermöglicht es, dass es dem Patienten gesundheitlich sowie auch finanziell bessergeht. Zusätzlich zum Darm sind vor allem die Haut, die Psyche und das Herz von Begleiterkrankungen betroffen.

Mögliche Begleiterkrankungen bei einer CED

Empfohlen wird von Dr. Marjorie­ Argollo­ aus Mailand, die im IBD Center arbeitet, wenn man unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leidet, dass man am besten von einem interdisziplinären Team betreut werden sollte. Zu den möglichen Begleitern einer chronisch-entzündlichen Darmkrankheit zählen beispielsweise Psoriasis oder auch psychiatrische, psychologische und neurologische Erkrankungen. Hier können als Beispiel Parkinson, Depressionen, Essstörungen oder Multiple Sklerose angeführt werden. Außerdem können weitere negative Begleiterkrankungen beispielsweise Osteoporose oder das metabolisches Syndrom sein. Hiervon spricht man, wenn es sich um eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung handelt. Kardiovaskuläre Erkrankungen wie zum Beispiel Atherosklerose, venöse Thromboembolie, koronare Herzkrankheit oder ein Schlaganfall können ebenfalls gepaart mit einer chronisch-entzündlichen Darmkrankheit einhergehen.

Der Therapieerfolg, die Behandlungskosten, die Lebensqualität und die Mortalität werden auch durch Begleiterkrankungen beeinflusst. Dieses kann abgeleitet von andere immunvermittelte Erkrankungen wie beispielsweise Psoriasis oder rheumatoider Arthritis werden. Zudem ist bekannt, dass eine engmaschige Betreuung, betreffend der Begleiterkrankung, die Gesundheitskosten senken kann und die klinischen Ergebnisse verbessert werden.

Rechtzeitig Begleiterkrankungen erkennen und behandeln ist wichtig

Leidet man unter einer chronisch-entzündlicher Darmerkrankung, dann steigern Begleiterkrankungen das Mortalitätsrisiko. Außerdem verlängert eine renale oder thromboembolische Begleiterkrankung die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Dieser Faktor schlägt sich wiederum auf die Kosten nieder. Deshalb ist es sehr wichtig, Begleiterkrankungen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa rechtzeitig zu erkennen und frühzeitig zu behandeln. Vor allem für Patienten, bei denen eine Immuntherapie ansteht, ist dies sehr wichtig.

Eine umfangreiche Anamnese bildet hier die Basis, in die auch die Lebensstilfaktoren einfließen. Einige Untersuchungen sollten zusätzlich im Anschluss an das Erstgespräch stattfinden: die Überprüfung der Leber- und Nierenfunktion, die Krebsvorsorge und ein Osteoporose-Screening.

Werden Begleiterkrankungen einmal erkannt, sollten diese aktiv behandelt werden. Beispiele für Interventionen sind Impfungen, eine Ernährungsumstellung, ein Rauchstopp, eine Kalziumsupplementation oder eine Vitamin D Zugabe. Sehr wichtig ist es, dass die Patienten auch psychologisch betreut werden. Psychologische Fragebögen oder Skalen können helfen festzustellen, in wie weit die Krankheit den jeweiligen Patienten beeinträchtigt.

Wird der Patient von einem multidisziplinären Team betreut, dann wirkt sich das positiv auf die Lebensqualität, den Krankheitsverlauf, die Therapieadhärenz, sowie die Gesundheitskosten aus. Ein Schritt, der zukünftig gegangen werden sollte ist, dass ein Komorbiditätsindex/Begleiterkrankungsindex entwickelt wird, damit mit dessen Hilfe Begleit­erkrankungen leichter diagnostiziert werden. Daraus resultiert, dass eine zielgerichtete Behandlung stattfinden kann.

Originalpublikation:
medical-tribune.de

 

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